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Cracow film festival, Poland, june 2005 by Dinah Münchow (deutsch)

45. Filmfestival im Krakau

Anfang Juni stand das frühsommerliche Krakau ganz im Zeichen des Films. An sechs Tagen liefen mehr als 400 Filme über sieben Leinwände. Filmemacher und Filmenthusiasten kamen, um die Beiträge aus über 20 Ländern zu sehen und zu diskutieren.
Krakau ist vor allem ein Animations- und Dokumentarfilmfestival. Aus diesen Bereichen kamen denn auch die spannendsten Filme. So ging der Don Quichote-Award der FICC-Jury an den bulgarischen Wettbewerbsbeitrag „Georgi i peperudite/ Georgy and the Butterflies“ von Andrey Paounov. Der einstündige Dokumentarfilm erzählt liebevoll von dem Leiter einer psychiatrischen Klinik im bulgarischen Hinterland. Es fehlt an allem in seiner dürftig ausgestatteten Klinik. Doch Georgi lässt sich nicht unterkriegen. Immer wieder entwickelt er neue Ideen, wie er zusammen mit seinen Patienten Geld verdienen und den Zustand der Klinik verbessern kann. So verfällt er auf den Plan, eine Schneckenfarm einzurichten, nachdem schon die Züchtung von Straußen fehlschlug, und die verbliebenen Vögel noch immer über das Gelände laufen. Dann wieder scheint die Züchtung von Schmetterlingen das Erfolgsrezept zu sein. Georgi belässt es nicht beim Phantasieren. Nach und nach setzt er all seine Pläne in die Tat um. Mit mäßigem Erfolg aber unendlichem Optimismus.
Eine lobende Erwähnung vergab die FICC-Jury an den inzwischen auf vielen Festivals bejubelten „Èeský Sen/ Czech Dream“. Vit Klusak und Filip Remunda gaukeln ihren konsumfreudigen Landsleuten die Eröffnung eines Supermarkts vor, der niemals existieren wird. Die zweite lobende Erwähnung ging an den deutschen Animationsfilm „Morir de amor“ von Gil Alkabetz. Zwei aufmüpfige Papageien erzählen ihrem Herrchen im Mittagsschlaf einiges über die wahre Liebe, mit unerwarteten Konsequenzen.
Vor allem die vielen osteuropäischen Beiträge, das zeigt auch die Entscheidung der FICC-Jury, machen das Krakauer Filmfestival zu einem spannenden Treffpunkt. In der freundlich aufgeschlossenen Atmosphäre des Festivals fanden die Filmschaffenden schnell zueinander und es entwickelten sich angeregte Diskussionen. Anerkennung gebührt dem überaus engagierten Festivalteam, dass das 45. Krakauer Filmfestival zu einem tollen Erlebnis werden ließ.

Dinah Münchow (Mitglied der FICC-Jury)